Kleinkinderschule

Am 22. Juni 1908 beschloss der Gemeinderat die Errichtung einer Kleinkinderschule. Bereits in den ersten Jahren nach der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich 1935 wurde der inzwischen zu einer kirchlichen Einrichtung gewordene Kindergarten von der NSV, einer Organisation der NSDAP übernommen, um die Kinder von eigens hierzu geschulten Kindergärtnerinnen betreuen zu lassen. Sinn und Zweck dieser Maßnahme war, bereits die kleinen Kinder im Vorschulalter in nationalsozialistischern Geist zu erziehen und sie dem Einfluss der religiösen Ordensschwestern zu entziehen.

Bei Kriegsende 1945 war der Kindergarten zerstört und der Betrieb konnte nicht sogleich wieder aufgenommen werden. Im Mai 1950 befasste sich bereits Pfarrer Seel mit dem Plan des Neubaues einer Kinderschule am alten Platz. Am 22. Mai wurde die Kinderschule wieder eröffnet, die vorerst im Clubhaus des Sportvereins am Sportplatz untergebracht war. Dies stellte sich recht bald als eine den Kindern und Eltern fast unzumutbare Not lösung heraus Am 21. Oktober 1950 fasste der Gemeinderat den Beschluss, das gemeindeeigene Kindergarten- grundstück im Wert von 130.000 Ffrs. an den Elisabethenverein abzutreten.

Der angenommene Kaufpreis wurde der Erwerberin als Zuschuss zu dem Kindergartenneubau erlassen. Schon bald konnten die Kinder von ihrer Notunterkunft am Sportplatz in einen neuen Kindergarten umziehen. Schon nach einigen Jahren erwies sich aber der Neubau für eine ordnungsgemäße Betreuung der Kinder als zu klein und die zuständigen Behörden drohten mit einer Schließung des Kindergartens, falls nicht eine Erweiterung durchgeführt wird. Nach jahrelangem Hinhalten war es dann im Juli 1970 so weit, und es konnte mit dem Erweiterungsbau begonnen werden. Zur Reduzierung der Baukosten wurden viele Arbeitsstunden freiwillig geleistet. Die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Ortsvereine führten vier Haussammlungen durch und sammelten insgesamt 11.802.- DM.

Bauamtmann Willi Huber hatte die Pläne für den modernen Erweiterungsbau ausgearbeitet und die Bauleitung unentgeltlich übernommen. Bereits im Sommer 1971 konnten die Kinder in den schrnucken Neubau einziehen.

Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit

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