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Automobilverkehr

Am 19. Januar 1911 hatte sich der Gemeinderat erstmals mit dem "Automobilverkehr" zu befassen. Dem Wortlaut des Beschlusses folgend, war man zu dieser Zeit den Herren Automobilbesitzern nicht besonders zugeneigt, erkannte man doch in diesem neuen Verkehrsmittel eine Gefahr für Gesundheit und Leben der Bürger. Allzu stark konnte der Automobilverkehr damals jedoch noch nicht gewesen sein, denn in unserer Gemeinde besaß lediglich der Kalkwerksdirektor Hennrich seit dem Jahre 1906 ein Automobil, das dem Aussehen nach nicht allzu schnell gefahren sein dürfte.



Trotzdem erließ man einen Ortspolizeibeschluss, dass in dem abschüssigen Engpass, der sogenannten "Hohl", ein Auto nicht schneller als 5 km pro Stunde gefahren werden darf. Am 11. Juli 1914 änderte man diesen Ortspolizeibeschluss dahingehend, dass man nun eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km zuließ, unter der gleichzeitigen Erweiterung der Polizeivorschrift. dass das Radfahren an dieser Stelle verboten wurde, indem man die Vorschrift erließ: "Radfahrer haben abzusteigen". In der Sitzung des Gemeinderates am 5. 9.1925 wurde sogar erwogen, eine Stoppuhr anzuschaffen, um Übertretungen der Geschwindigkeitsbegrenzung in der "Hohl" feststellen zu können. Dieser Vorschlag wurde jedoch abgelehnt und statt dessen beschlossen, die Warnungstafeln zu erneuern. Das Auftauchen der ersten Automobile in unserer Umgebung um die Jahrhundertwende wurde damals als eine echte Sensation empfunden. So nach und nach gewöhnte man sich auch an den Autoverkehr und in den späten 20er Jahren konnten sich bereits einige Geschäftsleute von hier einen eigenen Wagen leisten. Nach und nach verschwanden die altvertrauten Pferdekutschen, die Gefahrenstelle des Engpasses in der Hohl blieb jedoch und wurde mit dem zunehmenden Verkehr jetzt tatsächlich immer gefährlicher.

Auf Drängen der Gemeindeverwaltung befasste man sich bei den zuständigen Behörden im Jahre 1957 erstmals mit der Beseitigung dieses Verkehrshindernisses. Dazu war erforderlich, das weit in die Straße vorspringende Haus Schöndorf (früher Johann Post) abzureißen. Nachdem der Familie Schöndorf in dem neuerschlossenen Baugebiet in der Rosenstraße durch die Gemeinde ein Bauplatz zugewiesen war, konnte im Jahre 1959, - nachdem der Ersatzbau für die Familie bezugfertig erstellt war,- das hinderliche Wohnhaus in der "Hohl" abgerissen werden. und mit dem 1. Bauabschnitt zum Ausbau der Ortsdurchfahrt von der Brücke des Wecklinger Baches bis zur Ortsmitte stand nichts mehr im Wege. Im Sommer 1960 waren die Bauarbeiten bereits ausgeführt.

Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit

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