Terra-Sigillata-Töpferei

Im Jahre 1912/13 wurde in unserem Ort. auf Veranlassung von Museumsdirektor Dr. Prater vom hist. Museum für die Pfalz in Speyer, erstmals gezielt und planmäßig nach Funden aus der Römerzeit gegraben. Anlass hierzu waren frühere Funde bei verschiedenen Bauarbeiten. So wurden die ersten Tonscherben bereits beim Bau der Pfälzischen Bahnstrecke bei der hiesigen Bahnstation gefunden.

Bei den Ausschachtungsarbeiten zum Bau eines neuen, zweiklassigen Schulhauses im Jahre 1903, das 1938 zum Bürgermeisteramt umgebaut wurde, stieß man auf Mauerreste, welche als Bestandteile eines römischen Ziegelofens konstatiert wurden. Bei der Errichtung eines Wohnhauses in der Blieskasteler Straße (Peter Welsch), einige Jahre später, wurde ein umfangreicher Brennofen wegen Unkenntnis zerstört.

Nachdem nun im Jahre 1912 die Sigil!ata-Töpferei in Eschweiler Hof freigelegt werden konnte, erinnerte man sich auch der hiesigen Teilfunde und fing auch hier an zu suchen. Schon bald bestätigten sich die Vermutungen, und auch hier konnte die Lage einer gleichen Töpferei einwandfrei festgestellt sowie eine Abfallgrube mit Bruchstücken des Töpfereigutes freigelegt werden. Diese Fundstellen befanden sich in der Nähe des Kalkwerkes, hinter dem Wohnhaus Paul Welsch, dem sogenannten Etzelgarten, gegen den Heidenhübe! zu.

Mitte der 20er Jahre hat auch der Landeskonservator des damaligen Saargebietes südlich der vorgenannten Fundstelle eine kleinere Abfallgrube festgestellt. Einige Monate später stieß man bei Fassung einer Quelle in der Nähe des Bahnhofes auf eine alte Brunnenfassung aus Eichenbohlen, die sich nach den dabei gemachten Scherbenfunden als Brunnen der Sigillatafabrik erwies.

Die Bedeutung dieser Ausgrabungsergebnisse und die fachmännischen Schlussfolgerungen aus dem gefundenen Material haben Professor R. Knorr und Dr. Sprater in ihrem Werk, "Die westpfälzischen Sigillata - Töpfereien von Blickweiler und Eschweilerhof" zusammenfassend niedergelegt. Das reiche Fundmaterial bestand aus Töpferschüsseln und Gefäßen wie Tassen, Schälchen, Bechern, Feldflaschen usw., die sich heute teilweise im hist. Museum der Pfalz in Speyer und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken befinden.

Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit

Drucken