Bau einer Wasserleitung

Der Bau einer Wasserleitung wird in einer Sitzung des Gemeinderates am 14. August 1892 erstmals erwähnt. Bereits zu diesem Zeitpunkt befasste man sich mit dem Gedanken, für den Ort eine zentrale Wasserversorgungsanlage zu errichten. Geplant waren zwei Projekte. Einmal wollte man eine Leitung zu den ergiebigen Quellen in Wecklingen verlegen, zum andern wollte man im Rückerttal eine Quelle für die Wasserversorgung fassen.

Einer Entschließung des Gemeinderates vom 19.1.1911 ist zu entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt hier 7 Pumpbrunnen eingerichtet waren. Das Typhuserkrankungen auf das schlechte Wasser zurückzuführen seien, wies man erneut energisch zurück, mit dem Hinweis, dass diese Krankheit von außen eingeschleppt worden sei. Außer den 7 gemeindlichen Pumpen spricht man bei dieser Gelegenheit von etwa 80 Privatbrunnen. die man sich damals zum Preis von 200,- Mark bohren lassen konnte, zumal die Grundwasserverhältnisse als gut bezeichnet wurden.

Die Errichtung einer Wasserleitung bezeichnete man unter diesem Gesichtspunkt als unrentabel. Da man sich mit der "Hebung", wie man sich damals auszudrücken pflegte, der tief gelegenen Quelle am Bahnhof immer noch nicht anfreunden konnte, versuchte man im März 1923 eine Quelle in der Klingen Klamm freizulegen. Aber auch hier stieß man nicht auf die erwarteten Wassermengen, wie man auch die eingangs erwähnte Quelle im Rückerttal für nicht ausreichend hielt.
In einer Sitzung am 12.7.1924 stimmte man der Bildung eines Zweckverbandes zur gemeinsamen Versorgung der Gemeinden Blieskastel, Alschbach, Webenheim, Lautzkirchen und Blickweiler zu, mit dem Vorbehalt vorher festzustellen, welche Wasserversorgung sich für die hiesige Gemeinde am günstigsten gestaltet, die Errichtung einer eigenen Versorgungsanlage oder der Beitritt zu dem geplanten Zweckverband. Da die erwähnte Gruppenwasserversorgung jedoch bei den zuständigen Stellen bevorzugt behandelt wurde und letzten Endes nicht zustande kam, erfuhr die örtliche Projektierung einer Wasserleitung wieder eine Verzögerung.

Im Jahre 1925 war es nun endlich so weit, dass man sich durchgerungen hatte, eine eigene Wasserversorgungsanlage zu errichten. Am 27. Juli 1925 beschloss der Gemeinderat endgültig. eine Wasserleitung zu errichten. Zu den veranschlagten Gesamtbaukosten von 565.000 Ffrs. wurde eine Dollaraufnahme von effektiv 8.095 Dollar = 217 336 Ffrs. beschlossen. Außerdem wurde eine Staatsbeihilfe in Höhe von 45 Prozent der Baukosten beantragt. Für jeden Hausanschluss wurde eine Gebühr von 300,- Ffrs. festgesetzt. Es kamen ca. 150 Hausanschlüsse in Frage.

Den finanzschwachen Bürgern wurde die Möglichkeit von Ratenzahlungen eingeräumt oder aber auch die Möglichkeit, den Betrag durch Arbeitsleistung beim Bau der Leitung abzuverdienen. Am 31. Januar 1926 konnten endlich die Rohrverlegungsarbeiten an die Tiefbaugesellschaft Saarland in Saarbrücken vergeben werden. Im Dezember 1936 wurde ein Arbeitsbericht an die Parteileitung vorgelegt, in dem es u.a. heißt: "Bei der Rückgliederung zum deutschen Vaterland bestand die Bevölkerung der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde zu 80 Prozent aus Fabrik-, Hütten-, Berg- und Bauhilfsarbeitern und der übrige Teil aus Kleinbauern und Gewerbetreibenden."

Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit

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