Blickweiler, seine B├╝rgermeister

Aufzeichnungen über die politische Gemeinde Blickweiler
von Ottmar Gaa, Blickweiler

Der Verfasser dieses Berichts stützt sich in seiner Arbeit im wesentlichen auf alte Gemeindeunterlagen, Zeitungsberichte und gemeindliche Aktenauszüge. So sind für den politisch Interessierten einige hochinteressante Auszüge, Wahlergebnisse und Entscheidungen nachzulesen.

Die erste nachweisliche Ernennung zum Adjunkten (heute 1. Beigeordneter) erfolgte im Jahre 1820. Sein Name war Nicolaus Krauß. 1825 wurde wieder Nicolaus Kraus (diesmal mit einfacher Mehrheit) bis zum 31. 12. 1829 ernannt.

1835 wurde Christoph Bieringer bis zum 3 1.12.1839 ernannt, aber bereits am 22.03.1836 wurde Nicolaus Kraus wieder zum Adjunkten bestellt. 1839: Der bisherige Adjunkt Nikolaus Kraus wird auf seine Bitte hin entlassen und dafür das Gemeinderatsmitglied Johann Adam Kraus zum Adjunkten ernannt.

Im Jahr 1845 wird das Gemeinderatsmitglied Joseph Groh am 11.04. zum Adjunkten ernannt. Am 04.04.1846 wird der Adjunkt Joseph Groh vom Bürgermeister in Blieskastel belobigt, da er neue Gemeindewege geschaffen hatte.
Am 09.11.1848 wird Joseph Grob wieder zum Adjunkten ernannt.

1853 wird Peter Knaps am 20.04. zum Bürgermeister in Blieskastel und in Blickweiler wird Jakob Rothermel am 1 8.04. zum Adjunkten ernannt.

1858 wurde am 09. 03., Ernennung durch Regierung der Pfalz vom 25.02.1858, Peter Müller der "Junge" zum Adjunkten ernannt.

Am 27.02. 1861 wurde Peter Schitting (Schetting) zum Adjunkten ernannt.

Alle diese Urkunden stammen aus dem Archiv der bayerischen Verwaltungszeit.

Leider müssen wir hier einen zeitlichen Sprung machen.

Die erste nachweisliche Gemeindewahl war 1889, bei der Jakob Fuchs mit 56 Stimmen gleichzeitig als Wahlvorsteher zum neuen Adjunkten am 05.11.1889 gewählt wurde.
Nach dem ersten Weltkrieg dauerte es eine geraume Zeit bis in den Kommunen wieder reguläre Verwaltungsarbeit gestattet und möglich war.

Am 10. Juli 1920 wurden Gemeinderatswahlen durchgeführt und der Adjunkt Johann Nicklaus, der bereits seit 1915 im Amt war, am 15. Oktober 1920 zum ersten Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Dieser Tag ist der eigentliche Geburtstag der selbständigen Gemeinde Blickweiler.

Im Dezember 1929 wurde Jakob Fath von der Arbeiter und Bauernpartei zum Bürgermeister gewählt.

Unmittelbar nach dem Einzug der Alliierten setzte die Ortskommandantur zunächst Herrn Fath als Vertrauensmann ein, ehe nach kurzer Zeit Franz Lehr zum Bürgermeister ernannt wurde.

Am 1. Mai wurde der bisherige Gemeinderat aufgelöst und unter Vorsitz von Bürgermeister Lehr 6 Mann in den Bürgerrat berufen. Es waren dies: Peter Dippelhofer, Vinzenz Graus, Franz Huber, Otto Kohl 11, August Morguet und Viktor Pirrung.

Am 22. September 1946 wurde Peter Escherich zum Bürgermeister gewählt. Am 6. April 1949 wurde Bürgermeister Peter Escherich mit 11 Stimmen wiedergewählt. Am 4. Januar 1954 verstarb der bisherige Bürgermeister Peter Escherich kurz vor seinem 77. Lebensjahr.

Als Nachfolger wurde am 19. Januar Jakob Kraus für den Rest der Wahlperiode gewählt und führte die Geschäfte bis zur nächsten Wahl am 13. Mai 1956.

Am 29. Mai wurde Johann Harz mit 7 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Am 11 . August 1960 verstarb jedoch der erst 48 jährige Johann Harz auf seiner Arbeitsstätte durch einen Herzschlag.

Durch Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 12. Juli 1960 wurde die Kommunalwahl vom 15.5.1960 wegen Verfassungswidrigkeit für nichtig erklärt. Somit konnte bis zur Neuwahl kein neuer Bürgermeister gewählt werden.

Der 1. Beigeordnete Ewald Schetting wurde bis zur Neuwahl mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt.

Bei der Wahl am 21.12.1960 wurde Ewald Schetting zum neuen Bürgermeister gewählt.

Im Jahr 1973 werden erstmals Einzelheiten der Gebietsreform besprochen und am 5. Juni 1973 wird im Gemeinderat über die Gebiets- und Verwaltungsreform abgestimmt. Von den anwesenden Ratsmitgliedern wurde mit einer Gegenstimme (Ottmar Gaa) und einer Stimmenthaltung (Ludwig Bengel) die Gebietsreform befürwortet. Am 27. Dezember 1973 war die letzte ordentliche Sitzung des Gemeinderates der selbständigen Gemeinde Blickweiler.

Unter Punkt Verschiedenes" wurde insbesondere an die ab 1.1.1974 zuständige Stadtverwaltung von Blieskastel ein Antrag vorgetragen, wobei es hauptsächlich darum ging, dass die in der Sitzung vom 1.3.1972 beschlossenen Baumaßnahmen im Ortsbereich für die Zeit von 1972 bis 1975 beschlossen wurden vorrangig durchgeführt werden. Die einzelnen Punkte sind im Sitzungsprotokoll niedergeschrieben. Mit Dankesworten für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit schließt der Bürgermeister um 20.15 Uhr am 27. Dezember 1973 die Sitzung . Er lädt den Gemeinderat zu einem gemütlichen Beisammensein in das Lokal Blanck ein.

Damit ging die Zeit zu Ende, in der Blickweiler eine selbständige Gemeinde war. Der Weg führt uns also in dieser Hinsicht an den Ausgangspunkt vor 52 Jahren zurück. / Bu
.
Quelle: Gemeinde- und Stadtarchiv
Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit

Drucken