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Schulgeschichte

Anhand von Gemeinde- und Kirchenrechnungen lässt sich nachweisen, dass zumindest seit dem Jahre 1673 in Blickweiler eine Schule bestanden haben muss. Das sind heute mehr als 326 Jahre. deren Ablauf, soweit dies irgendwie möglich ist, verfolgt werden soll. Aus dem genannten Jahr stammt nämlich die älteste Kirchenrechnung der Kirche des heiligen Romaricus (damals Kirchenpatron von Blickweiler, vor der jetzigen Patronin der hl. Barbara) aus Blickweiler. Aus der Kirchenrechnung geht hervor, dass dem Schulmeister an seinem, Gehalt allzeit tu genießen überlassen sei:

a) eine Wiese in der Lautzkircher Au unten auf die Blies stoßend, mit vier Steinen eingesteint. welche jährlich eineinhalb Wagen Heu ergibt,

b) noch eine Wiese in den unteren Pfullwiesen, ebenfalls auf vier Ecken abgesteint. erträgt ohngefähr ein Fahrtgen Heus und ist ebenfalls einem Schulmeister allzeit zu seinem Gehalt überlassen und zieht davon nichts!

Leider ist in dieser Rechnung der Name des Lehrers nicht genannt. Ebenso wissen wir nicht. in welchem Gebäude Schule gehalten wurde. Es muss angenommen werden, dass in einem Privathaus unterrichtet wurde.

Trotzdem glaubte der am 19. Juni 1960 in Blickweiler verstorbene Oberlehrer a. D. Jakob Fath den Namen des Lehrers gefunden zu haben. Im Heiratsregister der Pfarrei Blickweiler- Blieskastel ist unterm 10. September 1679 beurkundet die Trauung des ehrenwerten Magisters Henricus (Heinrich) Schweitzer mit der Ehrenwerten und tugendsamen Jungfrau Fronika (Veronika) Morgenthaler. Wie diese Urkunde weiter besagt, war die Braut vorher Lutheranerin und trat vor der Trauung zur katholischen Kirche über. H. Schweitzer starb im Jahr 1714 und hinterließ eine Witwe und zwei verheiratete Töchter im Alter von 33 und 35 Jahren. Heinrich Schweitzer könnte damals in Blickweiler Schulmeister gewesen sein, denn als Beruf ist in der Heiratsurkunde Schuster angegeben, und es war damals so, dass der Schulmeister meistens ein Handwerker war, der im Sommer seinem Beruf nachging und im Winter in der Schule meisterte.

Zu jener Zeit gab es in Blickweiler auch einen Glöckner. Der hieß 1673 Jakob Leonhardt. Dieser Dienst wurde wie fast überall schon vor der französischen Revolution auch in Blickweiler mit dem Mesnerdienst gekoppelt. der seinerseits wieder mit dem Schuldienst verbunden war. Dieser Mesnerdienst war echt einträglich für damalige Verhältnisse, obwohl auch er nicht direkt mit Geld entlohnt wurde, sondern durch Überlassung von Ländereien zur Nutznießung. Die Fläche war beachtlich, denn sie betrug beispielsweise im Jahre 1879 insgesamt 5,3452 ha. das sind rund 21 ein Drittel Morgen, die sich aufgliederten in 6 Morgen Wiesen, 15 Morgen Ackerland und einen Garten.

Der erste Lehrer, der in Blickweiler nachweisbar ist, war Friedrich Simon. Er ist aufgeführt im Taufregister als maitre d'école in Blickweiler (= Lehrer in Blickweiler) bei der Taufe eines Sohnes im Jahre 1709. Ab wann und wie lange er hier Schulmeister war, konnte nicht ermittelt werden.

Neue Kunde über die Schule in Blickweiler haben wir aus dem Jahre 1738. Hier erfahren wir, dass das Schulhaus zu klein geworden war und ein Neubau angestrebt werden sollte. Das sollte jedoch gewissermaßen heimlich, so ohne jede behördliche Genehmigung und Aufsicht geschehen. Diese Heimlichtuerei hatte allerdings einen ganz besonderen Grund. Man verlangte hier nämlich, der Pfarrer sollte in Blickweiler Wohnung nehmen, wo ja die Mutterkirche stand und nicht in Blieskastel. Ein gewisser Rothermel und nach ihm der Weinschenk Christoffel Fischer, der Gerichtsmeier in Blickweiler und Sprecher beim Bischof in Metz war, traten für den Neubau eines Schulhauses ein, das dann aber nach seiner Fertigstellung als Pfarrhaus dienen sollte. Selbstverständlich durchschaute man in Blieskastel das Spiel und ließ Blickweiler wissen, dass der Plan der vorherigen herrschaftlichen Genehmigung bedürfe. Trotzdem wurde der Bau ohne Genehmigung begonnen und auch weitergeführt. obwohl Blickweiler mit einer Strafe von 500 Reichstalern bedroht wurde, was für damalige Verhältnisse eine ganze Menge Geld war. Immerhin wollte man aber die Notwendigkeit eines Schulhausbaues beweisen und lud deshalb den Rentmeister Hansel und den Schultheißen 1-lager von Blieskastel zu einer Ortsbesichtigung eine. Die beiden meldeten sich vorher an und waren nicht wenig erstaunt, in der Schule 54 Kinder vorzufinden! Nun, es fand eine zweite Besichtigung statt, und jetzt waren es nur noch 36 Kinder. Die bestellten Visitatoren beantragten beim Oberamt Blieskastel einen Anbau, keinen Neubau. Der regierende Graf in Koblenz allerdings genehmigte einen Neubau mit der Auflage, dass der Rentmeister Hansel den Bau vor Baubeginn approbiert habe. Trotz allein wurde ohne genehmigten Plan weitergebaut, so dass die Folgen nicht ausblieben. Die Gemeinde Blickweiler musste 500, Christoffel Fischer 150 Reichstaler zahlen. Zudem musste in kurzer Zeit ein Bauplan vorgelegt werden.

Literaturnachweis: Blickweiler im Wandel der Zeit, Heimatbuch 1000 Jahre Blickweiler
 

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