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Schulgeschichte

Der Lehrer war also damals Kirchendiener, Orgelspieler. Putz-, Flick- und Waschfrau, Hostienbäcker, Kerzenzieher, Glöckner, Uhraufzieher und zum Schluss auch noch Lehrer. Der Schulmeister von Blickweiler verfertigte nachweislich 1789 auch für die Zunft der Handwerker im Oberamt Blieskastel eine großartige, neue Zunftkerze, welche als Zunftdank nach Gräfinthal wanderte.

Anscheinend wurde der Lehrer immer nur für ein Jahr gewählt und nur auf ein Jahr vertraglich verpflichtet. Das brachte unbedingt Nachteile mit sich und eine Äußerung der Gräfin Marianne von der Leyen in diesem Zusammenhang ist verständlich, wenn sie meint: "Den Schulmeister zu wählen haben die Bauern verwirkt, weil sie vordem wie beim Hirten immer nur den wählen, der am wenigsten verlangt; auch sind sie ja nicht in der Lage, die Eigenschaften und Fähigkeiten eines Bewerbers zu beurteilen". Wenn man zu allem bedenkt, dass der Lehrer neben den vielen Verpflichtungen auch noch gut 21 Morgen Land bewirtschaftete, dann dürfte es einleuchtend sein, dass für die Schule wirklich nicht viel Zeit übrig bleiben konnte.

Dabei gab sich die Herrschaft in Blieskastel redlich Mühe, die Schulverhältnisse in ihrem Herrschaftsbereich zu verbessern. Schon Franz Karl hatte 1775 allen ihm unterstehenden Gemeinden befohlen, pflichtgemäß für Unterricht und Erziehung der Kinder zu sorgen. nachdem schon im Jahre 1738 eine Regierungsverordnung über die allgemeine Schulpflicht im Oberamt Blieskastel erlassen worden war, die aber den damaligen Verhältnissen entsprechend einfach nicht durchgeführt werden konnte. So folgte im oben genannten Jahr ein neuer Erlaß, der die Sommerschule einführen sollte, so dass die Schule vom 28. März des Jahres 1775 nicht mehr schließt und alle Kinder das ganze Jahr über in die Schule gehen. Nur für die größeren Kinder soll während der Weidezeit (25. März bis 29 September) nur eine Stunde vor - und nachmittags Unterricht sein. Während der Erntezeit allerdings (Juli - August) brauchen diese Kinder nur am Samstag drei Stunden in die Schule.

Dass diese Regelung nicht von Dauer sein konnte, leuchtet ein, und so wundert es nicht, dass am 16. Mai 1786 und am 16. Juli 1789 neue Erlasse folgten, wobei im letzten unzweideutig und unausweichlich festgestellt wurde: "Alle Kinder in Stadt und Land müssen vom vollendeten 6. bis mindestens zum vollendeten 13. Lebensjahr vorschriftsmäßig die Schule besuchen". Schulaufnahmen fanden zweimal statt, und zwar zu Michaeli (29. September) und an Ostern. Alle Eltern waren gehalten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Darüber hinaus mussten sie die Kinder anhalten, den Lehrern Gehorsam, Liebe und Achtung entgegenzubringen. Zur Erlernung eines Handwerks oder zur Aufnahme eines Studiums mussten die Zeugnisse der besuchen Schule vorgelegt werden. Die Schule selbst durfte ab jener Zeit nur die Lehrer einstellen, die beim Rektor in Blieskastel ein oder zwei Jahre die Normalschule besucht hatten.

Danach konnte also fortan nicht mehr jeder "schulmeistern", sondern seit 1780 bestand die Vorschrift, dass sich sämtliche Schulmeister in Blieskastel jährlich prüfen lassen mussten, wobei festgestellt wurde, ob sie auch die richtige Methode des Unterrichtens beherrschten. Als richtig galt nur eine Methode, nämlich die des Mainzer ABC-Buches von 1776. Es war Vorschrift, den Lehrer sofort zu entlassen, der bei einer falschen Methode befunden wurde. Das Oberamt in Blieskastel war gehalten. so viele Schule einzurichten, wie Pfarreien vorhanden waren.
 

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