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Schulgeschichte

Auch unter der französischen Herrschaft wurde die Fürsorge um die Schule nicht weniger. So ordnete der Französische Regierungskommissär am 9. floréal VI (= 28.4.1798) in den neuen Departements auf dem linken Rheinufer an, dass sowohl für die Knaben als auch für die Mädchen Schulen statthaben sollen. In Erwägung, dass zur Vorbereitung der Aufklärung, zur Förderung der Wohlfahrt der Staaten und des Glücks ihrer Bürger nichts wichtiger als die Erziehung der Jugend und es dringend ist, den öffentlichen Unterricht nicht zu unterbrechen (was zu damaliger Zeit also offensichtlich geschehen war) und demselben einstweilen bis zu einer endgültigen Organisation den Charakter zu geben, der ihm in dieser Lage zukommt, um die heranwachsende Generation zum Genusse der Wohltaten der Freiheit, deren Morgenröte ihre Wiege beleuchtet. vorzubereiten.

Als Ergänzung dazu verordnete ein Gesetz vom 11. floréal X (= 1. Mai 1802), dass die Primärschulen durch die Gemeinden errichtet werden sollen.

Um diese Verordnungen und Neuerungen durchführen zu können, brauchte man Menschen. welche die Ideen in die Tat umsetzten. Wer diese Menschen waren und wie es mit der Schule iii Blickweiler weiterging. das wollen wir weiterhin zu klären versuchen, ein Unterfangen. das schwer lösbar ist, zumal wir wissen, dass die Lehrer lange Zeit nur auf ein Jahr gewählt und angestellt wurden und somit ein häufiger Wechsel oder auch die Aufgabe einer Schulstelle möglich war.

Trotzdem können wir im 18. Jahrhundert die Lehrer in Blickweiler ziemlich lückenlos nachweisen, Ihre Namen finden sich in den alten Kirchenbüchern. weil sie während ihrer Tätigkeit in einem Ort meistens bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen als Zeug die Eintragungen mit- unterschrieben und der Beruf dann als "Ludimagister" (= Lehrer) angegeben ist.

Wir wissen bereits, dass der erste urkundlich nachweisbare Lehrer Friedrich Simon war. Sein Nachfolger könnte Johannes Roger gewesen sein (er unterschrieb meistens Rogé). Er wird erwähnt. zusammen mit seiner Frau Maria Barbara Kin am 1.2.1726, wo beide als Taufpaten auftraten, wobei vermerkt ist, dass beide aus Blickweiler sind und er dort Lehrer ist. Als Zeuge unterschrieb Roger noch alle Sterbeeintragungen. beginnend 1733 bis einschließlich 20. Juli 1739. Danach tritt er nicht mehr in Erscheinung. Interessant ist hierbei, dass er also zu der Zeit hier Lehrer war, als die erste (oder zweite?) Schule hier gebaut wurde, und dass aller Wahrscheinlichkeit nach er es war, der die stattliche Zahl von 54 Kindern vorstellte.

J. Roger folgte Peter Jager oder auch Jäger, denn ihm wurde am 18.1.1743 in Blickweiler ein Sohn geboren, wobei Peter Jager in dem Taufregister als Lehrer aufgeführt ist. Als solcher war er bis Anfang 1745 hier tätig und ist dann anscheinend nach Biesingen verzogen. Auch er musste noch mit dem Schulhausbau in Blickweiler zu tun haben, weil bekanntlich die Abnahme durch die Behörde am 19.1.1743 erfolgte.

Nach Peter Jager wurde Michael Feldeisen Lehrer in Blickweiler. Erstmals erwähnt ist er als Trauzeuge am 29. Juni 1745 und erscheint als Zeuge immer wieder bis zum 4.1.1776. Er starb in Biesingen am 7.11.1783 als Witwer der verstorbenen Magdalena Munhoffen.

Nach ihm wurde übrigens sein Sohn Johannes Lehrer in Blickweiler. Von ihm wissen wir. das er am 16.5.1774 die Margarethe Lachmann heiratete. Ebenso ist uns schon der Vertrag bekannt. den er als Lehrer 1780 mit der Gemeinde abschloss.

Mit Michael und Johannes Feldeisen ging beinahe eine "Lehrerdynastie" zu Ende, denn immerhin waren sie hier als Lehrer von 1745 bis wahrscheinlich 1781, denn im selben Jahr erscheint schon Peter Wannemacher als Lehrer in Blickweiler. woraus hervorgeht, dass der vorhin erwähnte Vertrag tatsächlich nur ein Jahr Gültigkeit hatte. Von Peter Wannemacher wissen wir, dass er der Sohn des Bernhard Wannemacher und seiner Frau Barbara Hartz aus Ommersheim war. Am 2.10.1781 heiratete er als Lehrer von Blickweiler Magdalena Fischer, die Tochter des verstorbenen Bartholomäus Fischer und Elisabeth Kremerin. Er erscheint immer wieder als Lehrer bis zum 6.1.1786, obwohl in den Kirchenbüchern sein Name noch bis 1798 erscheint ohne Angabe des Berufes.

Mit ihm reißt der bisher wohl kontinuierliche Faden in der Reihenfolge der Lehrer in Blickweiler vorerst ab, was aber von den geschichtlichen Ereignissen her verständlich erscheint (Auswirkung der französischen Revolution, Europa unter der Herrschaft Napoleons), denn es wäre durchaus denkbar, dass die Schulen vorübergehend geschlossen waren. Immerhin fällt in diese Zeit der schon erwähnte Tausch zwischen der Kirche und der Gemeinde, wobei die alte Schule Pfarrhaus wurde und die Gemeinde an das von der Kirche erhaltene Gebäude einen Lehrsaal anbaute (1802-1806).
 

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