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Schulgeschichte

Interessant für uns ist das Heiratsregister aus jener Zeit. In ihm finden wir, dass am 23.12.1820 der Lehramts-Candidat Christoph Wannemacher, geboren am 23.2.1798, nach Ableistung seiner Militärdienstzeit die Barbara Altmayer aus Blickweiler heiratete. Dieser Christoph Wannemacher war übrigens der Sohn des Peter Wannemacher. Leider ist in der Urkunde nicht ausdrücklich erwähnt, ob er vor oder nach seiner Heirat in Blickweiler Schule gehalten hat, was immerhin denkbar wäre, weil die Heirat in Blickweiler stattfand.

Mit Sicherheit aber kennen wir erst wieder Simon Janton als Lehrer in Blickweiler. Er bestand seine Lehrerprüfung am Seminar in Kaiserslautern mit "vorzüglich" und war in Blickweiler von 1836 bis 1843 tätig.

Sein Nachfolger wurde 1844 Johannes Hansel. Von ihm wissen wir, dass er als Küster aus der Gemeindekasse Ballweiler für das Jahr 1844 insgesamt 11 Gulden bekam, die vierteljährlich zu zahlen waren. Das war in sich nichts Neues, denn aus einem Schriftstück aus dem Jahre 1687 wissen wir, dass auch Wecklingen dem Schulmeister zu Blickweiler jährlich ein Mülster Korn geben musste. Diese Entlohnung galt aber nicht dem Lehrer direkt, sondern dem Mesner oder Kantor in Blickweiler. Die Wecklinger waren nämlich zu jener Zeit nach Blickweiler gepfarrt, und der Lehrer musste mit dem Pfarrer von Blickweiler an allen Versehgängen in Ballweiler und Wecklingen und an den Beerdigungen teilnehmen. Es ist deshalb auch verständlich, dass der Lehrer ohne Einwilligung des Pfarrers damals den Kirchensprengel nicht verlassen durfte. Noch zu Anfang dieses Jahrhunderts musste übrigens die Gemeinde Ballweiler zum Lehrergehalt in Blickweiler einen Kleinen Zuschuss leisten.

Der Nachfolger Hansels wurde 1853 Johannes Nußbaum. Er war am 17.7.1822 in Kaiserslautern geboren und war wie sein Vorgänger zuvor Schulverweser in Biesingen. Gegen Ende seiner hiesigen Tätigkeit gab es einschneidende schulische Veränderungen. Am 22.6.1868 stellte er den Antrag auf Errichtung einer zweiten Schulstelle. Dazu legte er eine Ubersicht vor, wonach die Gesamtschülerzahl vom Jahre 1859 bis 1868 von 75 auf 113 gestiegen war. Für das Jahr 1869 waren 131 und für 1870 sogar 142 Schulkinder zu erwarten. Da nach den damals geltenden Bestimmungen höchstens 80 Kinder von einem Lehrer unterrichtet werden durften, musste die zweite Schulstelle genehmigt werden. Dazu stellte die Gemeinde Blickweiler den Antrag, dass diese Schulstelle künftig von einer Schulschwester verwaltet werden sollte. Zunächst gab es damit Schwierigkeiten. weil vom Mutterhaus in Speyer keine Schwester zur Verfügung gestellt werden konnte. Deshalb wurde diese zweite Schulstelle zunächst besetzt mit dem Schuldienstexspektanten Hillenbrand. Er blieb aber nicht lange hier (vom 31. Oktober 1868 bis 9. November 1870), weil am 1. Dezember 1870 die erste Schulschwester in Blickweiler ihren Dienst aufnahm. Es war Schwester M. Theresia (Elisabeth Diemer) und kam von Blieskastel. Sie blieb übrigens hier bis 1892. In diesem Jahr wurde sie aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt, und sie konnte ihren Dienst nicht mehr aufnehmen. Deshalb kam für sie noch im selben Jahr Schwester M. Johanna (Barbara Bauer) aus Rülzheim. Sie blieb bis zum 19. April 1896 in Blickweiler. Weil danach keine neue Schulschwester zur Verfügung stand, wurde nach dem Weggang der Schwester Johanna die zweite Schulstelle wieder durch einen Lehrer besetzt. Das blieb so bis 12. April 1904.

In der Amtszeit von Johann Nußbaum fällt auch die Erstellung eines zweiten Schulsaales. Die Gemeinde wollte zunächst auf den bestehenden Saal einen zweiten bauen. Kostenvoranschlag und Pläne waren eingereicht, aber der vorgesetzten Behörde schien die Sache zu teuer, und sie forderte die Gemeinde auf, in den nächsten Jahren einen Schulsaal mit Wohnung zu bauen. Dazu sollte die Gemeinde Mittel einsparen und um einen Zuschuss nachsuchen. Das war Gut und schön, aber ein zweiter Saal war damit nicht vorhanden. Um dann vom Wechselunterricht (auch damals schon!) loszukommen, wurde die Gemeinde angewiesen, einen Schulraum zu mieten. In den Aufforderungen dazu heißt es: "Von Witwe Schmitt ist der erwähnte Saal und das daranstoßende Zimmer, Kohlenplatz und Abtritt auf drei, sechs oder neun Jahre um 40 Gulden jährlich tu mieten". Das ist auch geschehen. Es handelte sich dabei um einen größeren Raum im ehemaligen Anwesen Welch Ferdinand, heute Norbert Motsch, gegenüber der Kirche.
 

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