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Schulgeschichte

Auf die Dauer konnte das aber auch keine befriedigende Lösung sein, und so beschloss der Gemeinderat vorbehaltlich höherer Genehmigung, "das dem Lehrer Nußbaum gehörige Wohnhaus mit Scheuer, Stall, Hofraum und Garten. alles beisammenliegend, als Schulhaus für die Mädchenschule (= Klasse der Schulschwester) zu erwerben". Es handelt sich bei diesem Gebäude um das ehemalige Schwesternhaus, das im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Dieses Haus hatte Nußbaum 1856 von den Handelsleuten Simon und Levi Zacharias aus Blieskastel erworben und für seine Zwecke entsprechend umgebaut, denn Nußbaum hatte mehrere Kinder. In dem vorher erwähnten Gemeinderatsbeschluss heißt es weiter "das ganze Anwesen ist neu, und was die Wohnung, welche aus 4 Zimmern, davon 2 sehr geräumig, und einer Küche besteht, anbelangt. solid und dauerhaft hergerichtet. Unter dem Wohnhaus befindet sich ein großer, gewölbter Keller. Der mit dem Wohnhaus zusammenhängende Stall ist leicht zu einem schönen und geräumigen Lehrsaal herzurichten; sämtliche Fenster erhalten von der Südseite her Licht."

Der Kauf kam zustande und die Gemeinde erwarb das Anwesen für 3.150 Gulden. Nußbaum zog mit seiner Familie nach Biesingen. Der Umbau erfolgte, und so waren zwei Schulsäle vorhanden und das ehemalige Anwesen Nußbaum wurde Schwesternhaus.

Nach der Pensionierung des J. Nußbaum wurde die Schulstelle in Blickweiler vorübergehend von Jakob Schröck aus Ballweiler verwaltet (1. Dezember 1873 bis 15. Februar 1874), bevor die erste Lehrstelle, das war gleichzeitig immer der Schulleiter und der Lehrer für die Oberklasse, mit August Karl Heist neu besetzt wurde. Auch Heist war vorher Schulverweser in Biesingen und blieb in Blickweiler bis Oktober 1900. Er zog dann in seine Heimatstadt Landau, wo er 1907 verstarb.

Nach A. K. Heist war für kurze Zeit Adolf Fichter als Lehrer hier tätig (vom 27. Oktober 1900 bis 31. Januar 1901), bis die Stelle wieder endgültig besetzt wurde durch Jakob Mork. Er ließ sich 1905 nach Bubenhausen versetzen.

Während seiner Amtszeit wurde in Blickweiler ein neues Schulhaus gebaut. Der entscheidende Gemeinderatsbeschluss dazu wurde am 20. August 1900 gefasst. Dort heißt es: "In Erwartung, dass wegen großer Schülerzahl bereits Abteilungsunterricht (= Wechselunterricht) gehalten werden muss, die Schülerzahl ständig wächst und deshalb die Errichtung einer dritten Schulstelle und die Neuschaffung eines dritten Lehrsaales dringend notwendig ist; in Erwägung, dass aber auch die Wohnung des 1. Lehrers sehr beschränkt und eine absolut nötige Vergrößerung nur durch Benützung des angrenzenden Lehrsaales möglich ist, sodass dann 2 Lehrsäle fehlen, wird beschlossen:

1. Im Schulgarten neben der Schulscheuer sind 2 neue Lehrsäle erbauen zu lassen und zwar als zweistöckiges Gebäude (2 Säle übereinander)

2. Der Lehrsaal an der Straße ist in Wohnzimmer umändern zu lassen.

3. Über die Beschaffung der Mittel ist später Beschluss zu fassen."

Dieser geplante Neubau wurde von der vorgesetzten Behörde am 20. August 1901 offiziell genehmigt. Am 20. November 1901 wurden bereits die gesamten Arbeiten zum Neubau vergeben. 1902/03 wurde der Bau fertiggestellt. Man konnte sich aber des Erfolges nicht lange freuen, denn als 1904 die Schwesternstation mit zwei Schwestern wieder errichtet wurde, fehlte bereits der dritte Lehrsaal, und der gerade stillgelegte Saal an der Straße musste wieder in Betrieb genommen werden, obwohl er in keiner Weise mehr den schultechnischen Anforderungen entsprach. Mit dem Zugang einer Schulschwestern wurde auch die Klassenverteilung neu festgelegt. Eine Schwester übernahm die 1. und 2. Klasse, der Lehrer bekam die Knaben ab 3. Klasse und die zweite Schwester erhielt alle Mädchen ab 3. Klasse.

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