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Schulgeschichte

Am 1. Juni 1906 kam als Nachfolger von Jakob Mork, Maximilian Martin als Schulleiter nach Blickweiler. Er dürfte der älteren Generation hier noch in lebhafter Erinnerung sein, denn man hat schon viel gehört von den damaligen Differenzen, die er mit der Gemeinde hatte und von "Buren" und "Engländern", die es seinerzeit offensichtlich nicht nur in Südafrika, sondern sogar in Blickweiler gegeben haben soll. Martin wurde 1912 nach Clausen versetzt.

Nach M. Martin kam Johann Vogelgesang nach Blickweiler. Er war hier Schulleiter vom 1. Januar 1914 bis 30. September 1932 und war damit fast 20 Jahre hier tätig. Es dürfte deshalb wohl so sein, dass viele Bürger aus Blickweiler sich seiner noch gerne in Dankbarkeit erinnern.

Nachfolger von J. Vogelgesang wurde Hauptlehrer Rudolf Spang. Er kam im Januar 1932 von Walsheim und blieb hier tätig bis 1942. In seine Amtszeit fällt der Bau unserer jetzigen Schule.

Anfang der dreißiger Jahre wurde nämlich das Problem einer vierten Schulstelle in Blickweiler akut, denn die Bevölkerungszahl wuchs ständig. Deshalb gab es zur damaligen Zeit wohl kaum eine Gemeindebesichtigung, bei der nicht die Schulfrage angeschnitten wurde, denn die bestehenden Verhältnisse waren alles andere als schulgemäß. Leider war aber die Schulhausfrage wegen der fehlenden Mittel zunächst einmal nicht zu lösen, aus den Augen verlieren aber konnte man sie nicht.

Nachdem 1926 die Wasserleitung gebaut war und schon vier Jahre Schuldentilgung zurücklagen. prüfte die Aufsichtsbehörde die Finanzverhältnisse der Gemeinde eingehend und verlangte die Bildung eines Schulhausbaufonds. Doch die Verhältnisse sind oft stärker als die Menschen. Es kam die Weltwirtschaftskrise, die das Saarland besonders hart traf. Blickweiler hatte viele Bauhandwerker und lag deshalb mit an der Spitze der armen Gemeinden. Jeder zehnte Arbeiter war arbeitslos. An eine Rücklage war deshalb nicht zu denken, zuerst musste die leibliche Not gelindert werden. Die Fürsorge der Gemeinde verschlang alle verfügbaren Mittel. Auch die Zusage von außerordentlich hohen Baukostenzuschüssen seitens der Saarregierung erlaubte der Gemeinde nicht den Baubeginn. Was aber schon einmal ohne Geld geregelt werden konnte, wurde getan. Durch Tauschverhandlungen mit der Kirchengemeinde sicherte sich die Gemeinde ein für damalige Verhältnisse ideales Baugelände an der Blieskasteler Straße (heutiger Standort der Schule), der jetzt allerdings infolge der Verkehrsentwicklung einige Probleme mit sich bringt. Die ersten Plan-Entwürfe waren bereits vor der Abstimmung 1935 fertig, so dass bei der örtlichen Rückgliederungsfeier am 1. März 1935 schon zwei Lindenbäume auf dem künftigen Schulhof gepflanzt werden konnten.

Am 29. Juli 1936 wurde der notarielle Tauschvertrag mit dem Kirche abgeschlossen und bereits im Herbst 1936 konnte dann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Arbeitslosigkeit war beendet, die Finanzlage der Gemeinde besserte sich und vor allem, die Regierung gewährte einen außerordentlich hohen Zuschuss. Ohne diese Hilfe des Staates wäre es der Gemeinde auch jetzt noch nicht möglich gewesen, ein Schulhaus in dieser Größenordnung und Ausstattung zu finanzieren. Alles in allem, Kinder und Lehrer werden sich gleichermaßen gefreut haben, als am 6. Januar 1938 bei einer von der Gemeinde veranstalteten Feierstunde mit Wurst und Weck für die Schulkinder das neue Schulhaus seiner Bestimmung übergeben werden konnte, denn sie zogen ja in eine neue und für damalige Verhältnisse hochmoderne Schule ein. Hiernach waren die Schulverhältnisse für geraume Zeit geordnet. Das war allerdings mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges nicht mehr der Fall, denn Blickweiler wurde 1939 und 1944/45 evakuiert, so dass von einem geordneten Schulbetrieb keine Rede mehr sein konnte.

Das am 6. Januar 1938 in Dienst gestellte neue Schulhaus.

  • Baukosten: 95.046 Reichs-Mark
  • Staatsbeihilfe: 65.000 Reichs-Mark
  • Eigenleistung: 10.000 Reichs-Mark
  • Kreis: 5.000 Reichs-Mark
  • Darlehen: 15.000 Reichs-Mark

Nach 1942 waren hier nur noch weibliche Lehrkräfte tätig, allerdings keine Schulschwestern mehr, die nach der Rückgliederung zum 1. April 1937 aus dem Schuldienst ausscheiden mussten. Nach Kriegsende kamen sie wieder in die Schule.

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Blickweiler im Saarland - do simmer dehemm!

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