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Schulgeschichte


Um Kosten und Zeit zu sparen, tauchte der Gedanke auf, die Säle in eigener Regie und auf der Basis der Selbsthilfe zu erstellen. Der Gedanke fand Zustimmung und Unterstützung unter den Bürgern, und so wurde er in die Tat umgesetzt. Am 3. Mai 1965 waren die Pläne genehmigt, und an diesem Tage wurde der Bau abgesteckt. Schon am Abend desselben Tages war ein beachtlicher Teil der Fundamente ausgehoben. Trotz schlechten Wetters ging es dann Schlag auf Schlag. Architekt Folz aus Blieskastel, der auch die Mittelpunktschule plante, übernahm die Überwachung der Arbeiten. Pensionäre und Männer, die gerade ihren Jahresurlaub hatten oder ihn auch zu diesem Zweck genommen hatten, begannen schon vormittags mit der Arbeit und bereiteten alles vor, so dass am Nachmittag nach der Schicht die Facharbeiter an die Reihe kamen, die entsprechenden Arbeiten auszuführen. Viel Arbeit machten die Eisenbetonarbeiten, aber trotz allem flatterte am 11. Juni der Richtstrauß auf dem Dach. Auch die Nagelbinder dazu waren in den Räumen eines hiesigen Großzimmereibetriebes in freiwilliger Arbeit fertiggestellt worden.

Bezeichnend für die Zeit des Bauens war, dass immer genügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen, dass es nie an Werkzeug mangelte, obwohl die Arbeiter es zur Verfügung stellten oder selbst mitbrachten, dass niemand sich scheute, mit anzupacken. Das gilt sowohl für den Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder als auch für die damals hier tätigen Lehrer und verschiedene Frauen, die später die Putzarbeiten übernahmen. Facharbeiter stellten sich weiterhin zur Verfügung für die Dach-, Fußboden- und Deckenarbeiten. Lediglich die Elektroinstallation und die Schreinerarbeiten wurden an einheimische Handwerker vergeben, und das auch noch zu angemessenen Preisen. Selbst die Schulkreuze für die beiden Säle wurden von einem einheimischen Pensionär und Helfer geschnitzt.

Nach genau 4 Monaten Bauzeit konnten die Säle nach den großen Sommerferien am 3. September bezogen werden, worüber natürlich große Freude herrschte. Damit war der bis dahin unvermeidlich Wechselunterricht beendet, und die Abschlussklassen hatten seit diesem Tag zwei moderne Schulsäle in der Ausdehnung von 8.20 m im Quadrat, die mit modernen Schulmöbeln ausgestattet waren. Zur Einrichtung der Säle gab der Kreis einen Zuschuss von 3.000 DM.

Mit der feierlichen Einweihung der neuen Säle am 5. September 1965 wurde somit ein neues und bestimmt interessantes Kapitel der Schulgeschichte in Blickweiler abgeschlossen. Für wenig Geld, aber mit sehr viel Idealismus und Opferbereitschaft hatte die Gemeinde ein drohendes Übel abgewehrt in der festen Überzeugung dass das vollendete Werk reichlich Früchte tragen werde.

Dass die Dinge aber oft anders laufen als geplant, zeigt sich, als das Kultusministerium plötzlich von der Zusage einer Mittelpunktschule in Blickweiler abrückte und neue Schulkonzeptionen reiften, die 1970 auch in die Tat umgesetzt wurden. Zu Beginn des Schuljahres 1970/71 wurden nämlich die jetzigen Hauptschulen eingeführt, das heißt, ab der 5. Klasse gehören alle Kinder von Blickweiler zur Hauptschule Blieskastel. Da aber Blieskastel bis heute noch kein Schulgebäude hat, um die zur Hauptschule gehörenden Kinder aus den Orten Blieskastel mit Lautkirchen und Alschbach, Bierbach, Webenheim, Mimbach, Breitfurt, Blickweiler, Ballweiler und Wolfersheim aufzunehmen, mussten die Hauptschulklassen dort untergebracht werden. wo gerade Platz dafür war. So hat Blickweiler seit 1970 zwei 5. Klassen der Hauptschule Blieskastel hier, während die Kinder der 6. Klasse nach Ballweiler fahren. Die 7. Klasse ist zur Zeit in Bierbach, die 8. Klasse in Lautzkirchen und die 9. Klasse in Blieskastel.

Ob die Hauptschule in der jetzigen Form das gesteckte Ziel erreichen wird, darf mit Recht zumindest so lange bezweifelt werden, als nicht tatsächlich zentral ein neues Schulgebäude mit den dazu erforderlichen Funktionsräumen und Sportanlagen gebaut worden ist. Im lnterresse der Kinder vor allein wäre es wichtig, dass es bald geschähe, es sei denn, dass sich auch die Hauptschule schon wieder überlebt hätte, weil verschiedene Kräfte ganz ernsthaft und energisch auf die Gesamtschule zusteuern. Es wäre gut, wenn wieder Ruhe in die Schule käme, denn Unruhe und Hektik sind einem fruchtbaren pädagogischen Wirken hinderlich.

Seit Beginn des Schuljahres 1970/71 ist unsere Schule eine einzügige Grundschule, das heißt. sie umfasst nur noch die Jahrgänge 1 - 4, die als reine Jahrgangsklassen, geführt werden können. Die Schule ist also zur Zeit vierklassig. Nachdem wir seit 1970 auch eine Turnhalle haben. müssen die inneren Schulverhältnisse als durchaus gut bezeichnet werden. Sie könnten sich insgesamt noch bessern, wenn das Schulgebäude, das vor lauter Planung und ungewisser schulischer Zukunft vernachlässigt worden war, den modernen Erfordernissen angepasst würde, was nun auch geschehen soll.

Das ist auch gut so, denn die Schule kann die Visitenkarte einer Gemeinde sein, und alles was der Jugend fördernd zugute kommt, ist nicht nutzlos vertan, sondern wird in Zukunft reichlich Früchte tragen. Dass es in Blickweiler stets so bleibe, das walte Gott.

Quellenangabe:
Heimatbuch 1000 Jahre Blickweiler, Hugo Stumpf / Bu.







 


 

 


 

 





 

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